Radreise durch Dänemark und Schweden, Juni/Juli 2026

Seit Jahren reden wir davon, einmal um die Ostsee zu radeln. Aber, wie das so ist, es kommt nicht dazu. Seit einem Jahr haben wir ein Auto, das groß genug ist, dass man damit unser Tandem transportieren kann, und so haben wir beschlossen, eine „kleine Runde durch Dänemark und Schweden“ zu fahren.
Ich, also Johannes, habe herumgetüftelt, recherchiert, zu guter Letzt ist es eine Kombination aus mehreren Radwegen geworden: Einem Teil des Dänischen EuroVelo 3, von Vejle bis Fredirkshaven, dann nach Schweden hinüber und von Göteborg, dem EuroVelo 7 entlang, nach Helsingborg und Copenhaven, und zum Schluss über den nationalen Radweg Nr. 6 bis Middelfart und auf einer selbst geplanten Route zurück nach Vejle.
Unsere Reise
| 23. und 24. 6. | Anfahrt | ||
| 25.6. | Veile – Viborg | 109 km | 1.132 hm |
| 26.6. | Viborg – Aalborg | 108 km | 1.072 hm |
| 27.6. | Aalborg – Asaa | 44 km | 209 hm |
| 28.6. | Asaa – Frederikshavn | 37 km | 60 hm |
| 29.6. | Göteborg – Kungsbacka | 73 km | 560 hm |
| 30.6. | Kungsbacka – Falkenberg | 103 km | 529 hm |
| 1.7. | Falkenberg – Båstad | 102 km | 350 hm |
| 2.7. | Båstad – Kopenhagen | 83 km | 440 hm |
| 4.7. | Kopenhagen – Ringsted | 93 km | 756 hm |
| 5.7. | Ringsted – Odense | 88 km | 779 hm |
| 6.7. | Odense – Vejle | 91 km | 636 hm |
| 7. und 8.7. | Rückreise | ||
| Summe: | 931 km | 6.523 hm |
Die Anfahrt
23. und 24. Juni 2026. Wir haben die kürzest mögliche Route gewählt: Prag, Dresten, Magdeburg, Hannover, Vejle. Weil wir nicht die ganze Strecke in einem Stück durchfahren wollten, haben wir uns in Peine, „knapp vor Hannover“, ein Zimmer gemietet. Es war unglaublich heiß, wir fuhren die meiste Zeit mit voll aufgedrehter Klimaanlage. Bemerkenswert war, um wie viel ruhiger und weniger Hektisch die Fahrt auf der Autobahn in Dänemark war, als in Deutschland. In Vejle übernachteten wir noch einmal. Unser Auto ließen wir am großen Parkplatz Cirkuspladsen am westlichen Stadtrand. Zum Hotel nahmen wir nur das Nötigste mit.
Wie es meine Art ist, hatte ich einiges zuhause vergessen, Socken und eine Badehose, zum Beispiel. In Vejle gab es die Möglichkeit, das nachzukaufen.

25. Juni 2026: Von Vejle nach Viborg, 109 km, 1132 hm
Vom Hotel zum Parkplatz mussten wir 1½ km weit gehen, daher hatten wir beschlossen, uns erst beim Auto umzuziehen. Beim Auto angelangt ein großer Schreck: Das Hinterrad war platt, eine genaue Ursache war nicht erkennbar. Also begann unser Abenteuer mit einer Bastelstunde.

Es ist Zeit für ein Geständnis: Ich bin ein schlechter Reifenwechsler. Dazu kommt noch, dass der Mantel unseres Tandems nur sehr schwer auf die Felge geht: Ich hatte den ersten TPU Schlauch kaputt gemacht und musste die Prozedur wiederholen. Ohne Ersatzschlauch fuhren wir also los.
Zu unsrer großen Überraschung waren die Steigungen durchaus beachtlich, oft über längere Zeit jenseits der 10 %. Ich hatte im Vorfeld statt der original 11-34 Kassette eine größere Übersetzung eingebaut (11-36), die zwar außerhalb der Spezifikationen für die Shimano GRX 810 lag, sich aber schalten ließ (die Kasette schaltet schlechter, als die Originalkassetten, aber die Kapazität war ausreichend). Die vorderen Kettenblätter sind 46 und 30. Die Investition in die neue Kassette lohnte sich nun.


Es war unglaublich heiß (zumindest für skandinavische Verhältnisse, zuhause hatte es zum ersten Mal an die 40 °C, hier waren es „etwas weniger heiß“nur“ 32 °). Entsprechend schwitzten wir und tranken Unmengen an Wasser.

Irgendwann dann war unser Wasser aus. Bei einer Schule fanden wir einen Brunnen, wir sprachen mit einem ein Lehrer, einem netten Kerl, selbst begeisterter Radfahrer, der uns viel Freude beim Weiterradeln wünschte.
Am Ende der Strecke in Viborg gab es ein Hotel mit Badewanne. Was sag ich Badewanne? Einem Whirrlpool!

Und dann: Viborg war ein nettes Städtchen, das Essen war gut, das Bett war gut, alles war gut!
26. Juni 2026: von Viborg nach Aalborg, 108 km, 1072 hm
Die ersten 50 km waren morgendlich kühl, relativ entspannt radelten wir nach Hebro, dort kauften wir in einem netten Radgeschäft zwei Schläuche, sicher ist sicher! Eine Kleinigkeit aßen und tranken wir bei einem Supermarkt am See.

Dann wurde es unglaublich heiß. In Døstrup bei einer Kirche legten wir uns in den Schatten und rasteten ein wenig. Wie bei vielen Kirchen in Dänemark fanden wir dort auch Wasser, und das hatten wir dringend nötigt.

Dann kamen wir nicht mehr weit, nach 17 km in Rold war noch einmal eine Rast am Friedhof nötig. Endgültig rettete uns ein See: Store Økssø. Dort, an einem Badeplatz, legten wir eine Pause ein, wir schwammen viel und kühlten uns ab, allerdings nicht in der Badehose, die ich extra dafür gekauft hatte, sondern in unsren Radldressen. Außer uns waren noch viele andere Leute an diesem Badeplatz, aber niemand störte sich an Mimi. Der See hatte übrigens auffällig rotbraunes Wasser, war aber äußerst erfrischend.


Über Schotterstraßen fuhren wir Richtung Aalborg weiter. Kurz vor der Stadt zogen wir uns an einer Gehwegkante einen Snakebite am Hinterreifen zu (Snakebites sagt man, wenn der Schlauch zwischen Hindernis und Felge eingeklemmt wird. Typischerweise ergibt das vier Löcher, Snakebites lassen sich daher nur schwer flicken). Nun bewährte es sich, dass wir uns am Vormittag neue Schläuche gekauft hatten: Wieder hatte ich beide gebraucht, um das Rad flott zu bekommen.

Essen in Aalborg zu finden erwies sich als schwierig: Wir fanden keinen passenden Platz im Freien, und in den Lokalen war Mimi (wie eigentlich überall in Dänemark) unerwünscht. Am Ende kauften wir uns „irgendwo“ eine Pizza und ein Bier. Kurz vor Sonnenuntergang gingen wir noch zum Linfiord hinunter und sahen der Sonne beim Untergehen zu.

27. Juni 2026: von Aalborg nach Asaa, 44 km, 209 hm
Im Radisonhotel war Mimi im Frühstücksraum unerwünscht. Das war übrigens das einzige Mal, dass wir beim Frühstück solche Probleme hatten. Am Vortag war es zu spät dafür gewesen, nun war es noch zu früh, alle Geschäfte waren geschlossen, daher konnten wir keine neuen Schläuche kaufen. Wir starteten daher diesmal wieder ohne Reserveschlauch. Der Plan war, die gut 100 km nach Frederikshavn zu radeln und noch nach Göteborg überzusetzen.
Nach ein paar Kilometern, noch in Aalborg, übersah ich ein paar Glasscherben, und in Folge verloren wir langsam Luft. Knapp hinter Vodskov war dann die Luft heraußen, ich bemerkte es, als wir bei einem Stein durchschlugen. Wir mussten nachgepumpen. Leider hatten wir uns an diesem Stein wieder einen Snakebite zugezogen und Ersatzschlauch hatten wir diesmal keinen. Mit flicken kamen wir auch nicht weiter gekommen: Wir mussten deutlich über 4 km weit nach Vodskov zurück schieben. Inzwischen war es bereits sehr heiß geworden, verschwitzt und frustriert kamen wir beim Radgeschäft an.

Weil Samstag war, hatte Vodskov Cykler kein Mechaniker da, aber der Verkäufer verkaufte uns nicht nur einen neuen Reifen (der war bereits recht stark abgefahren, teilweise auch beschädigt, was vielleicht mit ein Grund für die vielen Pannen war), sondern den auch noch montiert. Und Ersatzschläuche kauften wir uns natürlich auch gleich! Nie wieder ohne. Obwohl, hatten wir das nicht schon einmal?

Für Frederikshaven war es nun bereits etwas zu spät, wir suchten uns eine Bleibe „irgendwo am Meer“. In Asaa, auf einem Campingplatz, wurden wir fündig. Wir mieteten uns ein Häuschen. Knapp vor Dronninglund machten wir noch eine Pause. Es gab was zu Trinken für alle. Kurz später waren wir in Asaa, zogen ein und genossen den Swimmingpool.


Am Abend, nach dem Essen, gingen wir noch zum Hafen hinaus. Der Hafen liegt, über einen Damm erreichbar, in einem Sumpf, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Am Hafen waren recht viele Leute, klar, es war Wochenende. Trotzdem war es herrlich, sobald man sich ein bisschen aus dem Trubel entfernt hatte. Im Sumpf weideten Pferde.

28. Juni 2026, von Asaa nach Frederikshavn, 37 km, 60 hm
Wenn wir an dem Tag etwas nicht hatten, dann Stress! Zur Fähre war es nur noch ein Katzensprung, Anstiege waren auf der Straße dem Meer entlang keine zu erwarten. Wir radelten also äußerst gemütlich nordwärts. In einem Ort namens Sæby gab es eine Art von Minimundus, das aber geschlossen war.


Irgendwann fuhren wir dann doch nach Frederikshavn weiter. Wir erreichten es bereits zu Mittag und deponierten unser Rad im Hafen, um uns die Stadt ein wenig anzusehen und mittagzuessen. Um 16:46 lief unser Schiff nach Göteborg aus. Im Hafenbereich mussten wir gelbe Westen tragen, ich hatte meine Regenjacke (in der ich fürchterlich schwitzte), aber Lisi hatte nichts dergleichen, daher mussten wir für sie Warnweste kaufen. One size fits all. Lisi passte ihre natürlich hervorragend (lol)


In Göteborg herrschte Chaos, der ganze Hafenbereich wird im Moment neu gestaltet, insbesondere die reichlich vorhandenen Radwege wurden neu gestaltet, es war daher erstaunlich schwierig, unser Hotel zu finden. Abendessen gab es im Hotel, wir hatten keine Lust, ein restaurant suchen zu gehen.
29. Juni 2026: Von Göteborg nach Kungsbacka, 73 km, 560 hm
Aus Göteborg heraus zu kommen war nicht gerade einfach, aber am Ende schafften wir es doch. Spektakulär: Der alte Portalkran, 84 m hohe Eriksbergskranen. Wie hoch der ist, sieht man recht eindrucksvoll im Kontrast zu den elfstöckigen Wohnhäusern, die ganz klein darunter stehen!

Und dann wurde es richtig schön. Die Route führte zumeist der felsigen Küste entlang nach Südosten. Der größte Kontrast zu Dänemark sind tatsächlich die Felsigen Ufer.

In Särö rasteten wir ein bisschen, denn die Tagesetappe war wieder recht kurz, wir hatten keine Eile. In Västra Hagen wanderten wir ein paar hundert Meter zur Küste hinunter. Eigentlich war es nicht erlaubt, einen Hund dort zu haben, aber wir blieben unbehelligt.
Ursprünglich hätten wir weiter die Küste entlang hinunter fahren wollen und die Onsala Halbinsel auslassen, dann aber umgeplant. Das erwies sich nun als Fehler: Der Radweg führte durchgängig auf relativ stark befahrenen Straßen, die kaum Abwechslung boten. Kungsbacka erwies sich als nettes Städtchen. Leider lag unser Hotel ganz am Ortsrand, daher mussten wir weit zum Abendessen gehen. Naja, zumindest war das gut für Mimi!

30. Juni 2026, von Kungsbacka nach Falkenberg, 103 km, 529 hm
Leicht zick-zack ging es weiter Südwärts. Die Küste war weiterhin schön, aber es hatte mittlerweile deutlich abgekühlt und wir hatten kaum noch Sonne.

Eigentlich wären wir gerne im Meer baden gegangen, aber dazu war es mittlerweile zu kalt. knapp bevor man nach Varberg kommt, gibt es eine ornithologische Beobachtungsstation, Naturum Getterön. Dort rasteten wir uns sahen auf die Lagune hinunter, in der sich viele Wasservögel tummelten.


In der Nähe von Smedsgård kamen wir bei einem Hof vorbei, in dem ein Gasthaus untergebracht war, und der von außen sehr nett aussah. Und der Innenhof hielt, was das Äußere versprach! Wir tranken sehr guten Rhabarbersaft, dazu aßen wir Kuchen.

Ungefähr eine Stunde, bevor wir nach Falkenberg gekommen wären, war die Straße plötzlich blockiert: Ein Bauer und seine Söhne mussten Kälber abladen. Erst nachdem die Kälber auf der Weise waren, ging es weiter

1. Juli, von Falkenberg nach Båstad, 102 km, 350 hm

Wir hatten wieder besseres Wetter. Landschaftlich schön fuhren wir weiter südwärts. Bei Långsand rasteten wir länger am, nomen est omen, langen Sandstrand. Mimi genoss den Sand, wir das Meer. Leider war es nicht warm genug zum Schwimmen.




In Folge hatten wir dann sehr viel naturbelassene Wege, einige davon an der Grenze von dem, was man mit einem Tandem samt Anhänger fahren kann. Schön war es trotzdem!





2. Juli 2026, von Båstad nach Kopenhagen, 83 km, 440 hm
Von in der Früh weg war das Wetter lausig. Die schöne Sonne vom Vortag war nicht mehr zu sehen. Einen Großteil der Steigung hatten wir bereits unmittelbar nach dem Hotel, mit kalten Beinen ging es relativ steil hinauf.
Um die Halbinsel Kullen abzukürzen hatte ich mir einen genialen Weg ausgedacht, der durch einen Auwald ging. Leider stellte sich da, was auf der Karte wie ein passabler Radweg ausgesehen hatte, als kaum bis überhaupt nicht befahrbar heraus. Einmal kippte uns sogar der Wagen mit Mimi um, danach zogen wir es vor, das Rad ein paar hundert Meter zu schieben.

Noch während der Schiebestrecke begann es zu regnen, und es blieb bis zur Fähre bei Helsingborg regnerisch. In Helsingborg hörte es auf zu regnen. Wir hatten einige Schwierigkeiten, die Einfahrt zum Hafen zu finden. Zum Glück war es in der Zeit, in der wir auf die Passage warteten, einigermaßen trocken, ausgefroren waren wir trotzdem.



Das Wetter in Dänemark war – wie sagt man da? – reichlich bescheiden: Ein kalter, kräftiger Südwind blies uns entgegen, es regnete in Strömen. Schnell war uns klar, dass wir das nicht wollten. Regen ist ja Ok, aber ein Starkregen, verbunden mit heftigem Gegenwind, war vollkommen unlustig. Nach zwei Kilometern kehrten wir um und nahmen den nächsten Zug nach Kopenhagen.
Leider stellte sich nach ein paar Haltestellen heraus, dass die Dänische Bahn keine Tandems und keine Anhänger transportieren will. Auch in Bummelzügen nicht. Der Schaffner hatte Einsehen mit uns, daher durften wir trotzdem bis zum Stadtrand von Kopenhagen mitfahren.
Von Klampenborg aus mussten wir aber wieder fahren. Der Wind war immer noch so stark, wie in Helsingør und auch der Regen hatte nicht nachgelassen. Wir fuhren so schnell wir konnten, um diesem Inferno zu entkommen. Zum Glück gibt es in Dänemark überall Radwege, daher hatten wir keine Probleme mit den Autos. Oder beinahe keine, zweimal fuhr auf der Straße neben uns eines in eine tiefe Pfütze und taufte uns von oben bis unten.
Trotz Regengewand pitschnass bis auf die Unterhose erreichten wir unser Hotel, das Generator. Es war eine Art von Jugendherberge, besonders unkomfortabel, aber speziell cool, Mimi war weitgehend unerwünscht, hätten wir diese Absteige nicht im Vorhinein bezahlt, wir wären wieder gegangen. So blieb uns eigentlich nichts anderes übrig, als einzuchecken und lang und heiß zu duschen. Abendessen gab es im Zimmer, denn weggehen wollten wir nicht noch einmal!
3. Juli 2026, Kopenhagen
Ein Ruhetag, regnerisch, aber wir wollten uns die Stadt ansehen.











4. Juli 2026, von Kopenhagen nach Ringsted, 93 km, 756 hm
Der Wetterbericht versprach uns Schönwetter, aber daraus wurde nichts: es war stark bewölkt und (gegen)windig. Unser Weg führte erst sehr schön dem Meer entlang, über kleine Inseln, dann gerade westwärts nach Roskilde. Kurz vor Roskilde machten wir Pause am Parkplatz eines Reitvereins. Dort war ein Dresurreitturnier, das uns aber nicht interessierte. In Hvalsø gab es noch eine Pause bei einem Supermarkt.

Weil wir deutlich zu früh dran waren, trödelten wir ein bisschen herum. Und dann kam auch ein bisschen die Sonne heraus. Trotz aller Trödelei waren wir sehr früh in Ringsted. Unser Hotel dort war eine Jugendherberge, und wir mussten warten, bis wir Einlass fanden.

Das Abendessen kochten wir uns in dieser Herberge selbst, es gab herrliche Spaghetti al Tonno e Pomodoro, von mir gekocht. Danach musste ich noch, wie jeden Abend, mein Reisetagebuch schreiben.

Für den nächsten Tag stand die Überquerung des Großen Belts an. Der Ursprüngliche Plan war, das mit dem Zug zu machen, aber nach den Erfahrungen vom 2. Juli wollten wir uns auf den Zug nicht verlassen. Einfach über die Autobahn kam wohl auch nicht infrage, daher suchten wir nach einer anderen Möglichkeit.
Die gängige Möglichkeit ist wohl, beim einem Radgeschäft in Nyborg eine Überfahrt zu buchen. Die kommen dann und holen das Rad und bringen auch die Fahrer über den Belt. Allerdings erwies sich das mit 235 € als recht teuer. Am Ende entschlossen wir uns, einen Leihwagen bei bei der Autovermietung Oscar in Nyborg zu nehmen. Das war mit ungefähr 100 € relativ günstig.
5. Juli 2026, von Ringsted nach Odense, 88 km, 779 hm
Gleich in der Früh fuhr ich mit dem Zug nach Nyborg, um den Leihwagen abzuholen. Bei Oscar bekam ich einen Fiat Ducato, den ich über den Bellt zum Bahnhof nach Halsskov fuhr. Von dort fuhr ich mit dem Zug zurück nach Ringsted.
Die Fahrt war sehr mühsam, denn der Gegenwind war stark und böig und die Landschaft nicht wirklich schön. Kurz vor Slagelse schlug zudem das Pedal an einen Randstein, und meine Assioma Powermeterpedale waren kaputt. Schön wurde es erst knapp vor Halsskov, als wir wieder ans Meer kamen.

In Halsskov am Bahnhof luden wir das Tandem und den Anhänger in den Ducato und fuhren über die beiden Beltbrücken (Storebæltsbroen). Insbesondere die 6,7 km lange Östliche mit ihren beiden 254 m hohen Pfeilern ist sehr beeindruckend!


6. Juli 2026, von Odense nach Vejle, 91 km, 636 hm
Es wurde ein regnerischer Tag. Landschaftlich war es gut, aber das Wetter spielte einfach nicht mit.

Der restliche Weg über Fyn war eigentlich schön, die Brücke zwischen Middelfart und Snoghøj war zwar kleiner, als die Beltbrücke, aber auch beeindruckend, zumal wir die selbst befahren konnten.




Ein Hündchen im Bett, das freute uns sehr!
7. und 8. Juli 2026: Die Heimfahrt
Weil die Autobahn bei Hannover gesperrt war, fuhren wir zurück über Berlin. Dort besuchten wir unsren Freund, meinen weit entfernten Cousin Ludwig Norz (Pluto). Am 8. Juli, Abends, waren wir wieder daheim.
Resümee
Dänemark und Schweden waren definitiv eine Radreise wert. Insbesondere in Dänemark hat jede Straße einen Radstreifen, wenn sie von ein bisschen mehr als einer Hand voll Autos pro Stunde befahren wird. Insbesondere rund um Vejle herum war es zum Teil recht steil, die ersten beiden Tage hatten wir jeweils über 1000 Höhenmeter und es gab immer wieder Steigungen jenseits der 10 %. Nach Norden hin wurde es flacher.
Was uns gefallen hat:
- Die Radwege! Die Radwege sind, anders als bei uns, lange, durchgehende Radwege, auf denen man auch richtig schnell fahren kann. Diese „Ohren“, die es bei uns überall hat (ich meine damit, dass Radwege vor jeder Kreuzung eng nach rechts abbiegen, nur um zehn meter weiter dann wieder eng nach Links über die Straße abzubiegen) gibt es nirgendwo.
- Die Autofahrer! Egal, wie die Verkehrsregeln waren, in Dänemark hatten wir immer Vorfahrt! Man bleibt bei einer Stopptafel stehen, um den Querverkehr fahren zu lassen, das Auto bleibt stehen und winkt einen drüber. Hier hört man oft, die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Meter Seitenabstand seien unzumutbar. In Dänemark werden die ganz selbstverständlich eingehalten. Wir sind nur zweimal knapp überholt geworden, beide Male waren es deutsche Touristen. Schweden war nicht ganz so entspannt, aber auch in Schweden gab es kaum Probleme, das mit der generellen Vorfahrt klappt dort aber nicht so gut 🙂
- Die Landschaft. Während Dänemark eher hügelig ist, ist die schwedische Küste felsig. Wir hatten den Weg absichtlich so gewählt, dass wir in Schweden ganz an der Küste geblieben sind, daher hatten wir dort kaum Steigungen.
Was uns weniger gefallen hat:
- Weder in Dänemark, noch in Schweden sind Hunde gerne gesehen. Mit dem Hund ins Restaurant ist in der Regel unmöglich, allerdings darf man draußen sitzen. Natürlich ist das keine Option, wenn es schüttet, da muss man wohl wahrscheinlich hungrig bleiben. Das Problem hatten wir aber nur am letzten tag. Auch die Auswahl an hundefreundlichen Hotels hält sich extrem in Grenzen, da ist kein Vergleich zu Österreich, Italien oder Tschechien!


