
Eselwandern in der Pfalz
Es sollte ein Geschenk zu Lisis 60. Geburtstag werden: Eine Wanderung mit Kindern, Schwiegerkindern und Engeln. Und natürlich mit drei Eseln (sonst wäre es wohl auch keine Eselwanderung geworden).
Eine streng geheime Signal-Gruppe mit dem Titel „Ohne Lisi“ wurde angelegt. Philippine war die aktivste Planerin, Antonia und ich haben uns natürlich auch engagiert. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns auf einen Termin („Die 2. Juliwoche“). Und irgendwann stand auch die Destination fest: Die Pfalz. Wir buchten bei eselwandern.de, und zwar die große Runde, mit sechs Tagen wandern.
Ich kannte die Pfalz schon ein bisschen, denn ich hatte mehrfach das Vergnügen, in dieser Gegend zu arbeiten. Es ist eine hügelige Gegend im südwestlichen Teil Deutschlands, eng an der französischen Grenze.

Am 10. Juli, einem Mittwoch, war es dann so weit: Um 8:15 haben wir uns mit Philippine und Bernhard in Alland getroffen. Unser Auto haben wir dort gelassen, es ist klein und gerade einmal groß genug für uns, noch zwei Personen hätten wir unmöglich Platz gehabt. Philippine und Bernhard haben uns also mit ihrem Wagen nach Eppenbrunn gefahren. Dort sind dann auch Antonia, Daniel, Emma, Merlin und Oskar zu uns gestoßen.
Unser erster Wandertag war dann der Donnerstag. Aber erst mussten wir noch die Esel abholen. Leider haben wir nicht, wie erwartet, drei „vollwertige“ Esel bekommen, sondern zwei Esel, die tragen konnten, und einen, der dazu zu jung war. Wir mussten also einen Teil des Gepäcks selbst tragen. Das war nicht so ausgemacht gewesen, und hat uns ein bisschen geärgert.
Esel wandern nicht unbedingt schnell, und sie haben einen starken Willen. Sie gehen in einer Reihenfolge, die man nur sehr bedingt beeinflussen kann. Und das waren unsre Esel:

Die ersten paar Stunden der Wanderung waren primär dem Kennenlernen der Esel gewidmet. Die Esel waren hungrig, sie wollten nicht gehen und wann immer man nicht wirklich streng mit ihnen war, sind sie abgebogen, um zu fressen. Natürlich wollten unsre Kinder die Esel führen, und das machte die Sache auch nicht besser. Erst nach der ersten größeren Pause, die die Esel dazu verwendet haben, den weg von unnötigem Bewuchs zu säubern, ging es besser. Die Esel waren nun satt, und die Kinder bestanden nicht mehr drauf, die Esel ausschließlich selbst zu führen. Wir hatten mittlerweile auch erkannt, dass Pom nicht voraus gehen würde, dass July zwar gerne die Spitze übernahm, aber noch jugendlich undiszipliniert war, und man daher die Führung unsrer Größten, Diva, überlassen musste.
Diva war eine zuverlässige Wanderin, kräftig, geduldig und brav. Hinter ihr ging normalerweise die übermütige July, die die ganze Zeit über nur Unsinn machen wollte. Und zum Schluss trottete Pom.
Ach, was ich zu erwähnen vergessen habe: Neben unsrer Mimi, die natürlich auch hier dabei war, hatten wir auch noch Rosi dabei, Antonias Hund, und Zwerg, ein Hühnerküken, das einzige seiner Art. Zwerg konnte unmöglich zuhause bleiben, denn es wäre den erwachsenen Hühnern schutzlos ausgeliefert gewesen. Daniel pflegte Zwerg aufopfernd.

Etappen
Donnerstag | Von Eppenbrunn nach Langmühle | 18 km |
Freitag | Von Langmühle nach Dahn | 11 km |
Samstag | Von Dahn nach Nothweiler | 17 km |
Sonntag | Von Nothweiler nach Fischbach | 18 km |
Montag | Von Fischbach nach Ludwigswinkel | 13 km |
Dienstag | Von Ludwigswinkel nach Eppenbrunn | 16 km |
Zumeist sind die drei Esel mit ihren Führern vorausgegangen, danach die beiden Hunde mit Lisi und Antonia und Daniel bildete, oft mit großem Abstand, die Nachhut, wobei immer eines oder mehrere der Kinder mit ihm gingen.

Wir hatten eine herrliche Woche, Lisi hat es gefallen (und das ist ja das Wichtigste daran).

