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Mit dem Hund auf großer Wanderschaft

Lisi und ich wandern seit drei Jahren mit unsrer Mimi. Hanna war der erste Hund, mit dem wir weite Strecken gewandert sind. Sie war ab 1983 unser erster gemeinsamer Hund, und unsre Wanderung war 1991 in Griechenland. Hanna war damals 8 Jahre alt, und es war ein großes Abenteuer. Aber davon will ich jetzt nicht erzählen. Ich will von den Erfahrungen zweier Menschen in ihren 60ern beim Streckenwandern erzählen.

Wandern mit Hunden? Geht das überhaupt? Hält der Hund das aus? Wo wollt ihr schlafen? Was, wenn man euch nicht in Restaurants oder Hotels lässt? Was ist mit Raubtieren? Welche Ausrüstung braucht ein Hund? So, oder so ähnlich sind die Fragen, die wir immer wieder hören. Ich will sie, eine nach der anderen, beantworten.

Hält ein Hund eine längere Wanderung aus?

Wir so oft im Leben ist die Antwort ein ganz klares ›Es kommt drauf an‹. Wenn ich an den einen der Hunde meiner Tochter denke, dann ist es ein klares Nein. Nie und nimmer kann diese degenerierte Bulldogge eine größere Strecke gehen. Seine Beine sind sehr kurz, sein Herz ist nicht das Beste und er bekommt selbst dann kaum Luft, wenn er am Boden liegt und schläft. Er kann keine fünf Kilometer an Stück gehen, an dreißig und mehr, über viele Tage hin, will ich erst garnicht denken.

Josi, unser zweiter war ein Windhund-Jagdhundmischling. Mariechen, unser dritter Hund, war eine reinrassige Galga (spanischer Windhund). Die beiden waren Sprinter. Und ein Sprinter geht nicht gerne weite Strecken. Sie können zwar problemlos eine Stunde jagen gehen und legen dabei mehr als 30 km zurück, aber 30 km in gemütlichem Tempo ohne nennenswerte Pausen, das mögen sie nicht. Stundenlanges Gehen war daher mit diesen beiden keine große Freude und mehrtägige Wanderungen so gut wie unmöglich.

Mimi, im Sommer 2023

Vollkommen anders war Hanna, und Mimi ist ihr sehr ähnlich. Die beiden können endlos dahintrotten, und sie genießen das auch ganz offensichtlich. Das ist kein Wunder, denn Wölfe in feier Wildbahn gehen täglich um die 20-25 Kilometer, wenn es sein muss gerne auch einmal 70. Für einen einigermaßen gut trainierten Hund sind also 25-35 Kilometer täglich durchaus machbar. Ein besonders hohes Maß an Disziplin sollte man sich dabei von ihnen aber nicht erwarten, denn ein Hund geht nicht um des Gehens willen, er streunt durch die Gegend, schnuppert hier, stöbert dort. Mal ist er zehn Meter voraus, dann wieder ein bisschen dahinter her. Außerdem liegt unser typisches Wandertempo den Hunden nicht. Wenn sie traben, dann sind sie schneller als wir, wenn sie gehen, eher langsamer. Das muss man respektieren. Ein routinierter Wanderhund legt sich, sobald angehalten wird, nieder und schläft. Und wenn es nur die paar Sekunden sind, bis eine Ampel wieder auf Grün schaltet. Diese Powernaps halten den Hund frisch, und der tierliebende Wanderer gönnt die natürlich auch seinem Freund.

Wenn es einem Hund zu viel wird, dann beginnt er die Sache zu sabotieren. Er steht nach Pausen nicht mehr gerne auf, hängt zurück und gibt sich offensichtlich lustlos: Zeit für eine längere Pause, vielleicht sogar einen Ruhetag. Noch etwas: Hunde schwitzen nicht, daher tun sie sich schwerer als wir, ihre Temperatur im günstigen Bereich zu halten. Wird es einem Hund zu heiß, dann legt er sich ins Wasser. Wir lassen Mimi so lange im Wasser, bis sie wieder weiter gehen will.

Mimi kühlt sich an einem heißen Tag in einem Brunnen ab. Süditalien/Salerno August 2023

Jeder Tierarzt wird sagen, dass der Hund für eine mehrtägige Wanderung vollständig ausgewachsen sein muss. Bei manchen Rassen mag das bereits mit einem guten Jahr der Fall sein, die meisten Hunde müssen aber deutlich älter sein. Bei einer Hündin sollte man jedenfalls die erste Läufigkeit abwarten, bei einem Rüden muss die endgültige Figur erreicht sein.

Wie bereitet man einen Hund auf die große Wanderung vor? Genau wie einen Menschen. Man nimmt ihn zu den sonntäglichen Wanderungen mit, man geht mit ihm joggen. Dabei sieht man auch schon, ob ihm die Sache Spaß macht, oder nicht.

Das leidige Jagen

Hund sind Jäger. Selbst wirklich gut erzogene Hunde werden gelegentlich, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, einem Eichkätzchen, einem Raben oder einem Reh hinterherlaufen. Ich will die Sache nicht verharmlosen, bitte verstehen sie mich nicht falsch. Aber es liegt in der Natur des Wolfes, zu jagen, und damit auch des Hundes. Obwohl es uns nicht möglich ist, unsren Hund immer vom Jagen abzuhalten, und Mimi bei ihrer Morgenrunde jedem Reh nachläuft, das im Gebüsch sitzt, jagt Mimi bei längeren Wanderungen nicht. Das ist ein großes Glück, denn es minimiert nicht nur die Gefahr, dass wir sie verlieren, sondern auch, dass sie ein gefährliches Tier aufstöbert. Überdies erlaubt es uns, sie wann immer es verantwortbar scheint, frei laufen zu lassen, was ihr sehr entgegen kommt.

Die Verpflegung des Hundes

Ein Hund auf einer Streckenwanderung frisst natürlich mehr, als einer, der zu Hause am Sofa schnarcht. Das sollte dem Dümmsten klar sein. Und genau, wie wir, verliert auch Mimi beim Wandern etwas an Gewicht. Egal, wie gut wir sie füttern. Wir wissen das, weil wir nach ein paar Wochen die Rippen dann doch deutlich durchs Fell fühlen können. Und in dem Maß, in dem sie abnimmt, verliert sie den Spaß an der Wanderung, ich kann es ihr nicht verdenken.

Mimi ist ein sehr verwöhnter Hund. Wir füttern sie mit Frischfleisch und Gemüse. Da schmeckt ihr nicht nur, sie verwertet dieses Futter auch sehr gut, ihre Häufchen sind minimal. Leider ist es auf Wanderungen schlicht unmöglich, sie immer so zu füttern, wie sie es gewohnt ist. Am ehesten kommt sie noch mit Dosenfutter klar, Trockenfutter frisst sie, selbst wenn sie sehr hungrig, ist nur ungern und kann es kaum verwerten. In den meisten Läden bekommt man Hundefutter zu kaufen, und in den letzten Jahren waren wir nicht im Hochgebirge, damit war Mimis Verpflegung relativ einfach zu organisieren. Leider sind Hundedosen relativ schwer, daher können wir nicht beliebig viele tragen. Trotzdem haben immer eine Dose als Reserve mit und zusätzlich etwas gedörrtes Fleisch, das für ein bis zwei Tage reichen würde.

Wenn man absolut nichts findet, kann man dem Hund zur Not durchaus ein paar gekochte Kartoffeln, Nudeln, Hülsenfrüchte, Obst oder Ähnliches füttern, die Art des Futters sollte man aber täglich wechseln, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Hanna haben wir 1991 in Griechenland so ernährt. Häufig bekommt man in Quartieren Speisereste angeboten, die sind auch gut, solange sie nicht zu stark gewürzt sind und keine gekochten Hühnerknochen enthalten (Südeuropäische Hunde fressen die auch, aber wir haben Angst, dass sich Mimi an Knochensplittern im Hals verletzt).

Spätestens nach einer Woche sollte man immer wieder kontrollieren, wie viel von den Rippen man beim Streicheln fühlen kann und gegebenenfalls die Futtermenge erhöhen.

Erste Hilfe beim Hund

Wir haben immer ein paar Medikamente für uns mit. Eine antibiotische Salbe, Schmerztabletten und Ähnliches. Natürlich haben wir auch Medikamente für Mimi. Wichtig ist Hirschtalg, mit der man sowohl unsre geschundenen Füße als auch ihre wundgelaufenen Pfoten eincremen kann. Für den Fall von kleineren Verletzungen wie zum Beispiel Verstauchungen haben wir ein leichtes Schmerzmittel für Hunde dabei, das wir aber zum Glück noch nie gebraucht haben.

Weil wir nicht vollkommen ausschließen können, dass unser Hund gebissen wird, kontrollieren wir vor der Wanderung, ob alle Impfungen am letzten Stand sind. Und wir haben auch alles dabei, um Hundebisse versorgen zu können. Damit wären wir beim Thema:

Fremde Hunde

Hütehund, Rumänien, 2024

Hunde sind ja in Südeuropa immer ein Thema. Viele Wanderer fürchten sie mehr als alle Raubtiere. Es gibt zweierlei Arten von Hunden: Wachhunde und Hütehunde. Die Hütehunde sind zumeist nicht aggressiv, relativ klein und sie werden oft übersehen, weil sie sich nur sehr wenig um Wanderer kümmern und zwischen den Schafen verschwinden. Die Hunde, die jeder Wanderer sofort bemerkt, sind die Wachhunde, die ebenfalls zu den Herden gehören. Es handelt sich zumeist um sehr große und bullige Tiere, mit weißem oder schwarz-weiß geflecktem Fell. Ihre eigentliche Aufgabe ist es, Raubtiere wie Wölfe, Luchse und Bären, aber natürlich auch menschliche Diebe, von der Herde fern zu halten. Jeder Hirte besitzt ein ganzes Rudel dieser Tiere.

Ein solches Hunderudel, das in Formation auf einen zukommt, kann auf einen Wanderer, der mit der Situation nicht vertraut ist, sehr beängstigend wirken. Traben die Hunde, dann sind zumeist nicht wirklich aggressiv, sie wollen lediglich die Wanderer stellen oder von der Herde wegtreiben. Natürlich wirken sie bedrohlich, und wenn man sich nicht richtig verhält, dann kann die Situation sehr schnell unangenehm werden, aber eine entschlossene Reaktion hält sie normalerweise in Zaum. Wenn sie wirklich schnell laufen, dann wäre das ein Zeichen für einen echten Angriff, da hilft nur sehr rasches Handeln, etwa einen Stein in Richtung Hunde geworfen (nicht treffen, die Geste genügt zumeist). Wildes Drohen mit dem Stock dagegen kann den Hund noch zusätzlich anregen. Pfefferspray bei Gegenwind ist, wie wir aus eigener Anschauung wissen, eine ganz dumme Idee. Wir haben schon einmal einen Mann mit rot geschwollenen Augen am Boden sitzen gesehen, der sich damit selbst getroffen hat. Trotzdem wird häufig zu Pfefferspray geraten.

Herdenschutzhunde verjagen natürlich auch fremde Hunde. Selbst wenn sie ahnungslosen und gutmütigen Wanderern gehören. Hundebegegnungen laufen daher anders ab, wenn man einen Hund dabei hat. In der Regel ist nicht der Wanderer, sondern sein vierbeiniger Begleiter das Ziel.

Ein Rudel Wachhunde, die uns nachlaufen. Mimi fürchtet sich ein bisschen. Rumänien 2024

Die Hunde der Hirten sind aus sehr naheliegenden Gründen zumeist männlich, Mimi ist weiblich. Das schützt sie, und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass es zu einem Kampf kommt, insbesondere auch, weil unsre Hündin nicht aggressiv ist. Trotzdem ist es unsre Aufgabe, sie zu beschützen. Wir nehmen an, dass dominant-aggressive Rüden auf Wanderungen deutlich häufiger in Raufhändel verwickelt würden.

Wenn ein Hunderudel kommt, dann bremsen wir diese Hunde durch entschlossene Zurufe und Gesten bereits wenn sie rund zwanzig Meter entfernt sind. Und wir halten sie in Folge in gleicher Weise auf Distanz. Wir können sie zumeist nicht davon abhalten, uns – oder besser gesagt Mimi – bellend zu begleiten. Unsre Hündin hält sich dann gerne sehr eng an uns. Wir verjagen diese Hunde erst, wenn wir den Bereich der Herde verlassen. Vorher wäre jeder Versuch sinnlos, der Herdenschutz ist ja die Aufgabe dieser Hunde, sie wollen, sie müssen uns vertreiben.

Quartiere und Übernachtungsmöglichkeiten

Wir hatten das Vorurteil, dass es insbesondere in Südeuropa schwierig werden könnte, Quartiere zu finden, die uns samt unsrem Hund akzeptieren würden. Unser erster Versuch war daher eine Wanderung am Weg der Freundschaft, der Deutsch/Tschechischen und weiter der Tschechisch/Polnischen Grenze entlang. Wir hatten dort äußerst selten Probleme, mit unsrem Hund unterzukommen. Im Jahr darauf wanderten wir am Sentiero Italia, und zwar im Süden, ungefähr von Pescara bis Salerno. Auch dort gab es so gut wie keine Probleme, nur einmal, in einer Stadt mit viel Tourismus, war es nicht ganz so einfach. Und heuer, auf der Via Transsilvanica in Rumänien, gab es überhaupt keine Probleme.

Ein Quartier auf der Via Transilvanica in Rumänien.

Üblicherweise melden wir uns bei den Quartieren mit einer Whatsappnachricht. Wir kommen heute Abend bei ihnen vorbei, wir haben einen kleinen Hund bei uns, der neben unsrem Bett am Boden schlafen wird. Dieser Nachricht packen wir ein Bild bei, das uns möglichst vorteilhaft und gemeinsam mit unsrem Liebling zeigt.

Das Bild, das wir zuletzt verwendet haben, um uns vorzustellen

Selbstverständlich wird jeder Hundebesitzer glauben, er habe einen ganz besonders süßen Hund. Wir haben das Glück, dass Mimi auch von den meisten anderen Menschen so erlebt wird. Das ist natürlich hilfreich. Mimi ist mittelgroß, wiegt um die 16 kg und hat eine Schulterhöhe von 47 cm.

Wo es möglich ist, buchen wir Quartiere auch über Buchungsplattformen, weil das das Einfachste ist, es gibt keine Probleme mit der Sprache und die Bedingungen sind im Vorhinein klar. Dort filtern wir nach „Haustier erlaubt“. Erst wenn wir dort nichts finden, stellen wir eine Anfrage um „Sonderbehandlung“. In der Regel klappt das. Unsre Wanderungen führen uns immer in eher abgelegene Gebiete, wo die Hoteliers in der Regel froh sind, überhaupt Gäste zu finden. Selbst den, bei uns üblichen, Zuschlag für den Hund im Zimmer haben wir in Rumänien und Italien nur sehr selten bezahlen müssen.

Unser Hund ist es nicht gewöhnt, zu uns ins Bett zu kommen. Das ist hilfreich, denn wir können mit ruhigem Gewissen versprechen, dass er am Boden bleiben wird. Gerade in den südlichen Ländern, die uns so besonders gut gefallen, stößt die Vorstellung, das Bett mit einem Hund zu teilen, auf großes Unverständnis.

Restaurants

Frühstück in einer Konditorei, Rumänien 2024

Hunde sind in Südeuropa in vielen Restaurants verboten. Das hat angeblich hygienische Gründe, liegt aber hauptsächlich daran, dass man streunende Hunde vom Lokal fernhalten will. Entgegen allen Vorurteilen, auf die man bei uns häufig trifft, sind Südeuropäer durchaus tierlieb. Sie folgen nur nicht denselben Standards, wie wir. Hundehaltung in Zwingern oder an Ketten ist immer noch so häufig, wie sie es bei uns vor 40 Jahren war. Ein Hund im Gastgarten stellt normalerweise kein Problem dar. Und wenn man sich bei kaltem oder regnerischem Wetter unauffällig in ein leeres Restaurant setzt, und der Hund „unsichtbar“ unterm Tisch liegt, dann kann es durchaus sein, dass er großzügig übersehen wird, sogar die eine oder andere Streicheleinheit liegt im Bereich des Möglichen. Trotzdem vermeiden wir, wenn irgend möglich, Restaurants, in denen unser Hund nicht erwünscht ist.

Ausrüstung

Ein Hund benötigt wenig Ausrüstung. Wir lassen unsre Hündin wo immer möglich frei laufen, denn auf Streckenwanderungen jagt sie zum Glück nicht. Daher benötigen wir auch keine schwere Rollleine oder eine sperrige Schleppleine. Was man jedenfalls braucht ist eine Hundedecke, die einigermaßen isoliert, denn die Zimmer haben oft kalte Steinböden, und der müde Hund sollte nachts warm liegen können. Wir haben also eine kleines, aluminiumkaschiertes Pölsterchen. Unter Tags verwenden wir es, um drauf zu sitzen, nachts schläft Mimi darauf.

Besonders wichtig ist die Möglichkeit, dem Hund etwas zum Trinken zu geben. Überall dort, wo der Hund nicht selbst Wasser findet, ist er auf unser kostbares Trinkwasser angewiesen. Trinkwasser, das wir selbst brauchen und das wir mühsam tragen müssen. Um unnötige Verluste zu vermeiden, haben wir einen faltbaren Plastiknapf aus einer dicken Plastikfolie. Da füllen wir bei Bedarf Wasser. Natürlich verwenden wir ihn dann auch abends zum Füttern. Wenn Mimi am Weg Wasser findet, dann darf sie es trinken. Im Gegensatz zu uns hat sich noch keiner unsrer Hunde am Wasser einer Pfütze den Magen verdorben. Hunde scheinen da eher unempfindlich zu sein.

Manche Leute schwören darauf, ihrem Hund einen kleinen Rucksack aufzuschnallen. Wir glauben nicht, dass es für einen Hund gesund ist, etwas zu tragen. Für Pferde gilt die Faustformel, dass es nicht mehr als 15 % seines Körpergewichts tragen darf. 15 % wäre bei einem Hund wie Mimi etwas über zwei Kilogramm, wobei ich denke, dass das deutlich zu viel ist. Wenn der Rucksack selbst schon einen Halben wiegt, dann schafft sie vielleicht das Futter für einen Tag, und das lohnt den Aufwand nicht.

Baden, trinken. Italien 2023

Gefahren für den Hund

Dass wir unsre Hündin vor der Wanderung impfen lassen, habe ich schon geschrieben. Wir entwurmen sie aber erst nach der Wanderung, denn wir können nicht vorhersehen, was sie alles unterwegs finden und fressen wird. Dazu kommt noch, dass wir sehr stark bezweifeln, dass alle Hirtenhunde regelmäßig entwurmt werden, und mit denen hat sie auf Wanderungen täglich, oft mehrmals, Kontakt.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sich Hunde die Pfoten wund laufen, daher werden die Pfoten täglich kontrolliert und bei Bedarf mit Hirschtalg eingerieben. Bei der Gelegenheit sehen wir auch nach, ob sich etwas im Fell zwischen den Zehen verfangen hat. Lehmklümpchen sammeln sich dort gerne an, und verursachen in der Folge Blasen und Entzündungen, auch kleine Splitter oder „Schliafhansln“, also die Grannen mancher Gräser, können ein Problem verursachen, wenn man sie nicht rechtzeitig entfernt. Die tägliche Fellpflege gehört ohnehin zum abendlichen Ritual.

Fremde Hunde können eine Gefahr darstellen, insbesondere, wenn man einen eher aggressiv-dominanten Rüden führt. Da kann es durchaus zu Bissverletzungen kommen, die man unterwegs verbinden können sollte, man wird ja nicht überall einen Tierarzt finden können.

Hunde stöbern gerne und jagen auch. Ein Hund, der frei läuft, aber seine Leine nachzieht, verfängt sich damit sehr leicht im Gestrüpp. Das kann zu Verletzungen führen. Wesentlich gefährlicher aber können die Tiere sein, die ein Hund im Gestrüpp aufstöbern kann: Wildschweine und Bären. Eine Bärin, die sich mit ihrem Jungen in einem Gestrüpp versteckt hat, reagiert durchaus cholerisch auf den Besuch eines Hundes. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass sie den Hund erwischt und verletzt oder gar tötet, denn er ist nicht langsamer, aber wendiger, aber sie läuft ihm ein gutes Stück weit nach um ihn zu vertreiben. Hunde neigen in solchen Fällen dazu, bei Herrchen Schutz zu suchen, eine Situation, die wir nicht erleben wollen. Mindestens genauso gefährlich wie Bären sind Wildschweine, die es überall in Europa gibt, und die sich sehr ähnlich verhalten. Wir leinen unsre Hündin daher an, wenn wir durch eine stark verbuschte Gegend gehen müssen. Außerdem trägt unsre Hündin eine kleine Glocke, die Wildtiere hoffentlich rechtzeitig warnt. Auch wenn wir in die Nähe von Weidetieren kommen, muss Mimi an die Leine. Wir binden uns die aber niemals um den Bauch! Wenn Kühe rabiat werden, dann muss man den Hund rasch loslassen können. Gelingt das nicht, dann kann das für den Hundeführer durchaus tödlich enden. Hunde dagegen droht, aufgrund ihrer Wendigkeit, Kaum Gefahr von Kühen.

Bisher haben wir zum Glück noch nie ein Erlebnis mit einem großen und gefährlichen Tiere gehabt, ich hoffe, es bleibt dabei!

Von den Bären haben wir zum Glück nur Pfotenabdrücke gesehen. Rumänien, 2024.

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